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Chronik

 

Vom „Roten Hahn“ und der Feuerwehr

Die ältesten Nachrichten über das Feuerlöschwesen übermitteln uns die Gemeindeakten. Im Jahr 1593 schloss die Gemeinde Darlingerode einen Krug-Pachtvertrag, in dem sie vom Krüger als Teil der Pachtsumme die jährliche Anschaffung eines ledernen Eimers und einer Leiter verlangte.

Ein Jahr später lieferte der Krüger der Gemeinde entsprechend dem Vertrag einen „leddernen eymer und eine leider von 36 streben“. Im Jahre 1600 kaufte die Gemeinde „5 ledderne eymer“, um die Gerätschaften aufzufüllen.

Die Bauermeister hatten die Feuerstellen im Dorfe regelmäßig zu kontrollieren und einmal im Quartal die Feuergeräte durchzusehen.

Nachts wurden Wachen eingesetzt, die bei Ausbruch von Feuer sofort Alarm geben mussten.

Nach den schweren Bränden von 1751 und 1847 in Wernigerode wurden für die ganze Grafschaft verschärft Feuerschutzbestimmungen erlassen.

Eine Verfügung des gräflichen Amtes machte die Nachbarn auf die Gefahren aufmerksam und verbot ihnen:

            1.         bei Licht zu dreschen und Futter zu schneiden

            2.         Stroh, Heu und Kaf sowie Wasen und Häckerling am Schornstein oder über der Küche zu lagern

            3.         die Flachsbearbeitung und das Dörren desselben an den Öfen

            4.         Asche in brennbaren Gefäßen aufzubewahren

            5.         Kohlentöpfe in die Kammer oder ins Bett zu setzen und nach auswärts (z.B. in die Kirche) mitzunehmen.

Sie ordneten weiter an, dass

            1.         bei Ausbruch eines Brandes die Feuerstelle durch Wachen zu besetzen ist, um jeglichen Diebstahl zu verhindern,

            2.         alle Männer mit den Gerätschaften und die Frauen mit Eimern auf der Brandstelle erscheinen müssen,

            3.         alle „unerwachsen“ Kinder von der Brandstelle fernzuhalten sind und

            4.         den Löschmannschaften nach dem Brande einige „Ergötzlichkeiten“ zu bieten sind (Brot, Wurst, Hering, Bier)

Schon vorher hatte die gräfliche Verwaltung angewiesen, dass Schindeldächer durch Ziegeldächer zu ersetzen sind. Holzschornsteine mussten abgerissen und neu aufgemauert werden. Bei Neubauten forderte der Gesetzgeber die Errichtung einer Brandmauer.

Allen Hausbesitzern wurde zu Pflicht gemacht, einen Feuereimer und einen „Löschwisch“ mit einer 6 Meter langen Stange anzuschaffen.

1796 ließ die Gemeinde Darlingerode „ein Schauer für Löschgeräte“ bauen.

In Altenrode hingen die Feuerhaken und Leitern im so genannten „Kirchgang“ an der Scheune des Krügers Mensings. Alle anderen Geräte (30 Ledereimer, 3 Handwagen, 3 Schlitten oder „Bornkufen“ und Holzfässer mit Deckel) standen in einem Anbau der Kirche.

1784 schafften sich die Gemeinden Altenrode, Darlingerode und der Gutsbezirk Altenrode gemeinsam eine „Strentze“ oder „Handspritze“ an.

Schmied Niehoff war der Spritzenmeister.

Als in der Nacht vom 9. zum 10. März 1836 das Gehöft der Witwe Fricke (Grundstück F. Schneider) nieder brannte, hatten die Gemeinden Altenrode und Darlingerode je eine Spritze. Zum Einsatz kamen auch die Spritzen von Drübeck, Wernigerode, Schmatzfeld, Wasserleben, Veckenstedt, Langeln und Derenburg. Seit 1866 bestand für alle Gebäude eine staatliche Feuerversicherung.

Ab 1900 gab es eine allgemeine Feuerlöschpflicht für alle Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren.

Der Amtsvorsteher (Altenrode, Darlingerode und Drübeck bildeten einen Amtsbezirk) übte die oberste Befehlsgewalt aus.

Die im Brandeinsatz befindlichen Männer trugen, da sie noch keine Uniform hatten, eine rote Blecharmbinde mit einem „F“.

Nachdem im Jahre 1844 das Flüggesche Haus und 1872 das Darlingeröder Schützenhaus niedergebrannte waren, häuften sich nach der Jahrhundertwende die Brände immer mehr.

1906 brannte Wilhelm Niehoffs Haus in Darlingerode nieder. 1911, in der Nacht vom 15. zum 16. August, wurden das Voigtsche, Papesche, Riemenschneidersche und Mensingsche Grundstück auf der Heide ein Opfer der Flammen. Im Ort erzählte man damals, dass das Feuer angelegt worden sei.

1912 brannte das Darlingeröder Schützenhaus ab. Als ein Jahr später in der Nacht vom 12. zum 13. Januar 1913 die Häuser der Familien Ebert und Neese in Altenrode in Flammen standen, war es so kalt, dass die Feuerwehrleute kaum Löschen konnten, da das Wasser in der Spritze gefror. Jedermann Sprach vom „Roten Hahn“, der auf dem Dach war (Ausdruck für Brandstiftung).

Der Gemeindepfarrer vermerkte in der Kirchechronik: „Es ist merkwürdig, wie viele Brände in diesen Jahren in Altenrode aufkommen.“

1914 brannte die Scheune des Reihemannes Wilhelm Becker in Darlingerode nieder. Als 10 Tage danach das dem Gastwirt Rinke gehörende Grundstück in Altenrode ein Raub der Flammen wurde, wodurch das alte Ehepaar Voigt obdachlos auf der Straße stand, setzten die beiden Gemeindevorsteher Becker und Moritz 1000.- M Belohnung auf die Ergreifung des Brandstifters aus.

Durch die in dieser Zeit von 1900 bis 1914 immer zahlreicher werdenden Brände wurde auf Drängen der „Landes-Feuer-Sozität“ im Jahre 1911 die freiwillige Feuerwehr gegründet.

Die Gründungsversammlung fand am 01.10.1911 im „Gasthof zur Tanne“ statt. 26 junge Männer traten in die Wehr ein. Als Brandmeister wurde Wilhelm Günther und als Schriftführer Wilhelm Miehe eingesetzt. Hermann Eilers und Wilhelm Schmidt fungierten als Oberfeuerwehrmänner.

Im Laufe ihres 75jährgen Bestehens hat sich unsere freiwillige Feuerwehr in unzähligen Brand- und Katastropheneinsätzen bewährt. Mit moderner Technik ausgerüstet, ist sie heute schnell und variabel einsetzbar.

Mehrere Generationen Feuerwehrmänner haben unter der Leitung so erfahrener Wehrleiter, wie Hermann Lindemann, Hermann Riemenschneider, Hermann Wedekind, Ernst Bollmann und Hans Nieber, unserem Dorfe gedient und geholfen, den „Roten Hahn“ hoffentlich für immer zu bannen.

 

 

 

 

 

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